Tabakpflanze in Baden
Tabakpflanze in Baden

Tabakanbau am Rande des Schwarzwaldes

Inhalt:

Die Tabakpflanze stammte ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und wird überwiegend in Mittel- und Südamerika sowie in den USA angebaut. Doch auch in Deutschland wird der Rohtabak seit dem 16. Jahrhundert angebaut. Das größte Tabakanbaugebiet in Deutschland befindet sich in Baden-Württemberg in Nordbaden am nordwestlichen Rand des Schwarzwaldes. Während der Tabakanbau in Deutschland ab Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine der wichtigsten Einnahmequellen für die kleinbäuerliche Landwirtschaft war, ist er heutzutage wirtschaftlich nur noch von geringer Bedeutung.

Tabakanbau

Die Ernte der Tabakpflanze erfolgt etwa 70 bis 130 Tage nach Aussaat. Dabei werden je nach Reifegrad einzelne Blätter gepflückt und für die weitere Verarbeitung getrocknet. Die natürliche Trocknung dauert zwischen 30 und 90 Tagen, weshalb die meisten Hersteller künstliche Trocknungsverfahren nutzen. Anschließend wird der Tabak zur weiteren Verarbeitung mit verschiedenen Inhaltsstoffen vermischt. Am häufigsten ist die Verwendung von Tabakblättern für Zigarren, Zigaretten und Tabakpfeifen. Seltener wird er beispielsweise zu Kautabak oder Schnupftabak verarbeitet. Inzwischen gibt es auf dem Markt auch tabakfreie Alternativen zum Rauchen wie zum Beispiel Nikotin frei Beutel. Kostenlose Fotos zum Thema Tabak

Inhaltsstoffe und Wirkung von Tabak

Hauptbestandteil des Tabaks ist das Alkaloid Nikotin, welches farblos und bei Raumtemperatur flüssig ist. Weitere Inhaltsstoffe sind unter anderem Ammoniumsalze, Proteine und Cellulose. Die Tabakpflanze enthält sowohl organische Bestandteile, wie Zitronensäure und Naturharz, als auch anorganische Inhaltsstoffe wie Magnesium, Chlor und Eisen. Das Nikotin gelangt über die Wurzeln der Pflanze in die Blätter und dient dort der Insektenabwehr. Nikotin ist auch der Hauptbestandteil in Zigarettenrauch und führt schnell zur Abhängigkeit. Nikotin beeinflusst das vegetative Nervensystem und wirkt auf die Psyche des Menschen. In geringer Menge führt es zu einer Ausschüttung von Adrenalin, was zu einer Steigerung des Blutdrucks führt. Größere Mengen sind tödlich; so sind bereits 60 Milligramm Nikotin für einen Erwachsenen tödlich.

Geschichte des Tabakanbaus in Deutschland

Der erste Tabak in Deutschland wurde laut einer Urkunde 1573 in Hatzenbühl in Rheinland-Pfalz angebaut. Zunächst wurde der Tabak für medizinische Zwecke angebaut. Der erste kommerzielle Tabakanbau in Holland fand 1615 statt und die holländischen Tabakbauern begannen dann in Mannheim Tabak anzubauen. Der Dreißigjährige Krieg führte zu einer stärkeren Verbreitung des Tabakrauchens in Deutschland. Durch die Hugenotten wurden Tabaksamen aus Frankreich mitgebracht und in Baden im Schwarzwald angebaut. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hat der Tabakanbau in Deutschland erheblich zugenommen; der Tabak wurde in ca. 200.000 Landwirtschaftsbetrieben angebaut. Vor allem in Baden und der Südpfalz wurde der Tabakanbau für die Bauern zu einer der wichtigsten Einnahmequellen. Im Jahr 1960 kam es zu einer Tabakblauschimmel-Pandemie, welche für einen hohen Einkommensverlust für viele Tabakbauern mit sich brachte. Seit den 2000er Jahren ist der Tabakanbau in Deutschland nur noch in wenigen Regionen wie Nordbaden von wirtschaftlicher Bedeutung.

Zigarrenindustrie in Baden

Baden entstand 1806 als Großherzogtum und war ein historisches Territorium in Baden-Württemberg. Heutzutage weichen die Regierungsbezirke in Baden-Württemberg von den damaligen Grenzen ab, aber dennoch ist der Name „Baden“ für als Bezeichnung für die frühere Region in Gebrauch. Karlsruhe war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Hauptstadt der Republik Baden, welche sich im Schwarzwald befindet.

Die erste Zigarrenfabrik wurde 1840 in Lahr im Schwarzwald gegründet. Ab diesem Zeitpunkt gab es immer mehr Zigarrenfabriken in der umliegenden Gegend. So wurde unter anderem 1906 in Bühlertal eine Zigarrenfabrik von August Schweizer aus Karlsruhe errichtet und 1916 erstellte er in Kappelwindeck ein Filialbetrieb.

In den 20er-Jahren erlitt die Zigarrenindustrie durch die Inflation aus der Schweiz und die maschinelle Entwicklung einen Rückschlag. Durch ein „Maschinenverbotsgesetz“ wollte die Reichsregierung 1933 dem damit verbundenen Verlust an Arbeitsplätzen entgegenwirken. Nach dem Krieg wurde die schneller gerauchte Zigarette immer beliebter als Zigarren, wodurch die Zigarrenindustrie in Baden vor dem Aus stand. 1976 löste sich der Verband der Oberbadischen Zigarrenhersteller auf, da es keine Mitglieder mehr gab.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Photo by webyourlife on Pixabay
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