Schaffhausen: Munot, 171 Erker und der Rheinfall vor der Haustür
Schaffhausen: Munot, 171 Erker und der Rheinfall vor der Haustür

Schaffhausen: Munot, 171 Erker und der Rheinfall vor der Haustür

Inhalt:

Steckbrief

Ort: Schaffhausen

Es gibt diesen einen Moment, in dem du oben auf der Zinne stehst, der Wind vom Rhein heraufzieht und du merkst: Diese Stadt hat sich nicht zufällig hierher gesetzt. Unter dir liegen Ziegeldächer, aus denen sich Hunderte bunt bemalte Erker schieben. Dahinter blitzt der Rhein. Und irgendwo flussabwärts, nur ein paar Kilometer entfernt, donnern Sekunde für Sekunde Hunderte Kubikmeter Wasser über eine Felsschwelle.

Schaffhausen ist für viele Schwarzwald-Urlauber nur ein Wegweiser: der Ort, an dem man abbiegt, um zum Rheinfall zu kommen. Dabei ist die Stadt selbst eines der schönsten Altstadt-Ensembles am ganzen Hochrhein – und liegt so nah an der Südostecke des Schwarzwalds, dass sich der Ausflug fast von selbst anbietet. Hier erfährst du, was den Munot so besonders macht, warum ausgerechnet Schaffhausen 171 Erker besitzt, was der Rheinfall mit der Stadtgründung zu tun hat und wie du beides an einem entspannten Tag miteinander verbindest.

Warum Schaffhausen so gut zum Schwarzwald passt

Schaffhausen liegt am rechten, also am nördlichen Ufer des Hochrheins – und damit auf derselben Seite wie der Schwarzwald. Der Kanton Schaffhausen ist der einzige Kanton der Schweiz, der fast vollständig nördlich des Rheins liegt und rundherum von deutschem Gebiet umschlossen wird. Zwischen den letzten Schwarzwaldhöhen bei Blumberg oder Stühlingen und der Schaffhauser Altstadt liegen keine Alpen, keine Autobahnstunden und keine Sprachbarriere, sondern nur der Klettgau, ein paar sanfte Rebhänge und die bewaldeten Rücken des Randens.

Und es gibt eine Verbindung, die viele gar nicht auf dem Schirm haben: Der Ostweg, einer der drei großen Nord-Süd-Fernwanderwege des Schwarzwaldvereins, endet in Schaffhausen. Rund 246 Kilometer in zwölf Etappen führen von Pforzheim über Freudenstadt, Alpirsbach, Schramberg und Villingen-Schwenningen durch das Wutachtal bis hinunter an den Rhein. Wer den Weg zu Ende geht, kommt genau hier an. Alle Details zur Strecke findest du in unserem Beitrag zum Ostweg Pforzheim – Schaffhausen.

Der Munot: eine Rundfestung nach Dürers Ideen

Das Wahrzeichen der Stadt ist kein Kirchturm, sondern eine Festung – und zwar eine sehr eigenwillige. Der Munot wurde zwischen 1564 und 1589 auf dem Felsen über der Altstadt errichtet, in Teilen durch Frondienste der Schaffhauser Bevölkerung. Als Baumeister gilt der Stadtwerkmeister Heinrich Schwarz.

Das Besondere: Der Munot ist kreisrund. Diese Form geht auf die Festungsideen von Albrecht Dürer zurück, der 1527 eine theoretische Schrift zur Befestigung von Städten, Schlössern und Flecken veröffentlicht hatte. Der Munot gilt als eines der wenigen Bauwerke, in denen Dürers Konzept tatsächlich in Stein umgesetzt wurde. Die wichtigsten Maße:

  • Rund 50 Meter Durchmesser misst der Rundbau.
  • Bis zu vier Meter dick sind die Mauern.
  • Im Inneren liegt eine gewaltige Kasematte, deren Tonnengewölbe von neun Pfeilern getragen wird und die durch runde Lichtschächte erhellt wird.
  • Rundherum zieht sich ein trockener Graben mit Schießscharten unter steinernen Kuppeln – eine Lösung, die ihrer Zeit weit voraus war.
  • Über der Geschützplattform erhebt sich der Munotturm mit seinem markanten Spitzdach.

Militärisch ernsthaft gebraucht wurde die Festung nie. Genau deshalb steht sie heute so vollständig da – und dient als Aussichtspunkt, Konzertkulisse und Veranstaltungsort. Die Zinne ist über eine breite Rampe im Inneren erreichbar, die einst dafür gedacht war, schwere Geschütze nach oben zu bringen.

Schaffhausen Festung Munot
Schaffhausen Festung Munot

Das Munotglöggli um neun – eine Tradition seit dem Mittelalter

Im Turm des Munot wohnt tatsächlich jemand. Das Amt des Munotwächters lässt sich bis ins Jahr 1377 zurückverfolgen, ist also älter als die Festung selbst. Heute lebt eine Munotwächterin mit ihrer Familie in der Turmwohnung – eine der ungewöhnlichsten Adressen der Schweiz.

Zu ihren Aufgaben gehört ein Ritual, das die Stadt Abend für Abend hört: Um 21 Uhr läutet das Munotglöggli. Früher war das Signal ganz praktisch gemeint – die Stadttore wurden geschlossen. Heute ist es reine Tradition, aber eine, die konsequent eingehalten wird. Wenn du gegen neun Uhr abends in der Altstadt sitzt, hörst du sie.

Getragen wird der Munot vom Munotverein, der seit über 180 Jahren besteht und mit rund 3.500 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Region zählt. Er kümmert sich um Unterhalt und Restaurierung und organisiert das Programm auf der Festung – vom Freilichtkino bis zum traditionellen Munotball, bei dem auf der Zinne Quadrille getanzt wird.

Damhirsche im Graben und Reben am Hang

Zwei Details machen den Munot noch etwas liebenswerter. Im Festungsgraben lebt ein Damwildrudel – die Tiere wurden bereits 1905 angesiedelt und gingen 1927 in den Besitz der Stadt über. Der Leithirsch trägt traditionell den Namen des amtierenden Stadtpräsidenten.

Und am sonnigen Südhang unter der Festung wächst Wein. Der Rebberg wird seit dem frühen 20. Jahrhundert bewirtschaftet; jedes Jahr entstehen daraus einige tausend Liter Munotwein. Die ganze Region gehört zum sogenannten Blauburgunderland – der Kanton Schaffhausen ist stark vom Pinot noir geprägt, ähnlich wie das badische Rebland am gegenüberliegenden Schwarzwaldrand.

Die Altstadt: 171 Erker auf engstem Raum

Wenn du vom Munot hinuntergehst, landest du in einer der geschlossensten Altstädte der Schweiz. Die Vordergasse und die angrenzenden Gassen sind weitgehend autofrei, und über dir hängt das, wofür Schaffhausen berühmt ist: 171 Erker – mehr als in jeder anderen Schweizer Stadt.

Ein Erker war im 16. und 17. Jahrhundert weit mehr als ein Fenstervorbau. Er war ein Statussymbol: Wer es sich leisten konnte, ließ seinen Wohlstand aus der Fassade herauswachsen, oft reich verziert, geschnitzt oder bemalt. Dazu kommt ein handfester Vorteil – aus einem Erker sieht man die Gasse in beide Richtungen hinunter, und das war für Kaufleute nützlich. Dass so viele davon erhalten sind, liegt auch daran, dass Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg und bei späteren Modernisierungswellen weitgehend verschont blieb.

Das Haus zum Ritter und die Fresken von Tobias Stimmer

Das berühmteste Haus der Stadt steht an der Vordergasse 65. Der Kernbau des Hauses zum Ritter stammt von 1492; 1566 ließ Ritter Hans von Waldkirch zwei Obergeschosse aufsetzen. Zwischen 1568 und 1570 bemalte der Schaffhauser Künstler Tobias Stimmer die Fassade – mit allegorischen Figuren, Wappen, Szenen aus Homers Odyssee und Porträts des Bauherrn und des Malers selbst. Diese Malereien gelten als die bedeutendsten Renaissancefresken nördlich der Alpen.

Was du heute an der Fassade siehst, ist allerdings nicht das Original. Die echten Malereien wurden 1918/19 unter späteren Übermalungen wiederentdeckt, ließen sich am Bau aber nicht dauerhaft erhalten. 1935 wurden sie abgelöst und ins Museum zu Allerheiligen gebracht. Zwischen 1938 und 1943 schuf Carl Roesch auf Basis der Originale die heutige Fassadenmalerei. Wer die echten Stimmer-Fresken sehen will, muss also ins Museum – ein hübsches Argument, beides an einem Tag zu verbinden.

Der Fronwagplatz: Waage, astronomische Uhr und zwei Brunnen

Der zentrale Platz der Altstadt heißt Fronwagplatz, und sein Name erzählt die halbe Stadtgeschichte. Die Fronwaage war die öffentliche Waage, auf der durchreisende Waren gewogen wurden – und genau diese Waren mussten wegen des Rheinfalls ohnehin umgeladen werden. Der Weg zum Rheinfall führte über diesen Platz.

Heute bestimmen drei Bauwerke das Bild:

  • Der Fronwagturm mit einer astronomischen Uhr von Joachim Habrecht aus dem Jahr 1564, die zehn verschiedene astronomische Funktionen anzeigt.
  • Der Landsknechtbrunnen beim Turm – ein Zierbrunnen aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Mohrenbrunnen am nördlichen Ende des Platzes, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.

Rundherum stehen Bürgerhäuser wie das Haus zur Taube und das Große Haus, in dem heute das Stadtarchiv untergebracht ist. Der Platz ist das Herz der Fußgängerzone und der natürliche Startpunkt für einen Bummel.

Kloster Allerheiligen: der größte romanische Sakralbau der Schweiz

Ein paar Gassen weiter liegt der Ursprung der Stadt. Das Benediktinerkloster Allerheiligen wurde 1049 von Graf Eberhard VI. von Nellenburg gestiftet; am 22. November 1049 weihte Papst Leo IX. – ein Onkel des Stifters – hier einen Altar. Das erste Münster war 1064 fertig, ab 1090 entstand ein neues dreischiffiges Münster, das 1095 vollendet wurde.

Dieses Münster gilt heute als der größte romanische Sakralbau der Schweiz. Das Langhaus ruht auf zwölf monolithischen Säulen aus grauem Rorschacher Sandstein. Die Wirkung ist ungewöhnlich: keine überbordende Ausstattung, keine Vergoldung, sondern strenge, klare Steinarchitektur – im Grunde das genaue Gegenteil der barocken Klosterkirchen, die du im Schwarzwald etwa in St. Blasien findest.

Mit der Reformation 1529 wurde das Kloster aufgehoben. Erhalten blieben neben dem Münster der weitläufige Kreuzgang und der Kräutergarten – einer der ruhigsten Orte der ganzen Stadt.

Die Schillerglocke und ihre berühmte Inschrift

Im Klosterhof hängt eine Glocke, die es bis in die deutsche Literaturgeschichte geschafft hat. Die Schillerglocke wurde 1486 in Basel gegossen und war mit rund 4.500 Kilogramm eine der großen Glocken der Gotik. Ihre lateinische Inschrift lautet:

„Vivos voco – Mortuos plango – Fulgura frango“ – „Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich.“

Friedrich Schiller stellte genau diesen Satz als Motto über sein Lied von der Glocke. Die Glocke selbst hat er nie gesehen; er kannte die Inschrift aus einer Beschreibung. Der Name blieb trotzdem an ihr hängen.

Museum zu Allerheiligen

In den Klostergebäuden ist heute das Museum zu Allerheiligen untergebracht, das die Stadt zwischen 1921 und 1938 einrichtete. Es ist eines der größten Mehrspartenmuseen der Ostschweiz und deckt in einem Haus ab, wofür man anderswo drei Häuser bräuchte:

  • Archäologie der Region, von der Steinzeit bis zu den Römern
  • Stadt- und Klostergeschichte
  • Kunst – unter anderem die originalen Fassadenfresken von Tobias Stimmer
  • Naturkunde der Region

Für einen Regentag ist das Museum die beste Adresse der Stadt – ähnlich wie bei uns die Museen, die wir in unserem Beitrag zum Schwarzwald im Winter ohne Schnee vorstellen.

Warum es Schaffhausen überhaupt gibt: der Rheinfall

Jetzt wird es interessant, denn Stadt und Wasserfall gehören ursächlich zusammen. Der Rhein ist ab dem Bodensee schiffbar – bis hierher. Am Rheinfall ist Schluss. Wer im Mittelalter Waren rheinabwärts transportieren wollte, musste sie oberhalb des Falls ausladen, über Land um das Hindernis herumbringen und unterhalb wieder verschiffen.

Genau dieses Umladen war das Geschäftsmodell. Die erste urkundliche Erwähnung als Villa Scafhusun stammt aus dem Jahr 1045, im selben Jahr erhielt der Ort auch das Münzrecht. Der Name wird von Sprachwissenschaftlern auf zwei Weisen gedeutet: entweder auf eine Schiffslände beziehungsweise Umschlagstelle am Rhein – oder auf das Schaf, das bis heute im Stadtwappen steht. 1501 trat Schaffhausen der Eidgenossenschaft bei, 1529 setzte sich die Reformation durch.

Die Stadt lebt also von einem Hindernis. Ein selteneres Gründungsmotiv wird man kaum finden.

Der Rheinfall bei Neuhausen: Zahlen, die man sich merkt

Der Rheinfall liegt rund vier Kilometer flussabwärts von der Altstadt, zwischen Neuhausen am Rheinfall (Kanton Schaffhausen, rechtes Ufer) und Laufen-Uhwiesen (Kanton Zürich, linkes Ufer). Die Eckdaten:

  • 150 Meter breit und 23 Meter hoch
  • Rund 373 Kubikmeter Wasser pro Sekunde im Mittel
  • 1.250 m³/s lautet der Höchstwert, gemessen 1965; der Tiefstwert lag 1921 bei 95 m³/s
  • Das Becken unter dem Fall ist 13 Meter tief
  • Entstanden ist der Fall vor 14.000 bis 17.000 Jahren, als der Rhein am Ende der letzten Eiszeit auf harten Malmkalk umgelenkt wurde

Der freistehende Fels mitten im Fall ist übrig gebliebener Kalk, den das Wasser nicht wegräumen konnte – und er ist im Rahmen der Bootsfahrten besteigbar. Von den Kanzeln auf der Schaffhauser Seite und vom Känzeli unterhalb von Schloss Laufen auf der Zürcher Seite kommst du bis auf wenige Meter an die Gischt heran. Schloss Laufen selbst wird bereits 858 erwähnt, kam 1544 an Zürich und gehört seit 1941 dem Kanton Zürich.

Wenn du die Bootsfahrt zum Felsen oder ein Ticket im Voraus sichern willst, kannst du die Angebote rund um den Rheinfall hier prüfen. Alles Weitere – Parkplätze, Aussichtspunkte, Zugänge von beiden Ufern – haben wir in unserem ausführlichen Beitrag Den Rheinfall von Schaffhausen hautnah erleben zusammengestellt. Direkt nebenan liegt außerdem die Miniaturwelt Smilestones, die vor allem mit Kindern ein guter zweiter Programmpunkt ist.

Rheinfall bei Schaffhausen
Rheinfall bei Schaffhausen

Mit dem Schiff nach Stein am Rhein

Flussaufwärts ist der Rhein dagegen bestens befahrbar, und das ist eine der schönsten Arten, die Gegend zu erleben. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) verkehrt in der wärmeren Jahreshälfte zwischen Schaffhausen, Diessenhofen, Stein am Rhein und weiter bis Kreuzlingen und Konstanz am Bodensee.

Die Strecke zwischen Schaffhausen und Stein am Rhein gilt als eine der schönsten Flussfahrten Europas: kaum Uferverbauung, Weidenbüsche, Reiher, kleine Fähranleger und mittendrin das mittelalterliche Diessenhofen mit seiner gedeckten Holzbrücke. Wer gedeckte Holzbrücken mag, kennt vermutlich schon die längste Europas in Bad Säckingen weiter flussaufwärts.

Ein praktischer Tipp: Die Fahrt lässt sich gut einfach lösen – mit dem Schiff hin, mit der Bahn zurück. So bekommst du beide Perspektiven, ohne zweimal dieselbe Strecke zu sehen. Aktuelle Kursdaten findest du bei der URh.

Uhren aus Schaffhausen – eine Parallele zum Schwarzwald

Ein Thema verbindet Schaffhausen mit dem Schwarzwald besonders eng: die Uhr. 1868 gründete der Amerikaner Florentine Ariosto Jones in Schaffhausen die International Watch Company (IWC). Seine Idee war ungewöhnlich: amerikanische Fertigungsmethoden mit Schweizer Uhrmacherhandwerk zu verbinden – und zwar dort, wo der Rhein günstige Wasserkraft lieferte.

Damit steht Schaffhausen für dieselbe Entwicklung wie die Schwarzwälder Uhrenorte: aus Handarbeit wurde Industrie, aus einer Nebenerwerbstätigkeit ein Weltmarkt. Wer sich für diese Geschichte interessiert, findet die deutsche Seite davon in Schramberg und entlang der Triberger Uhrentradition. Übrigens stammt auch ein zweiter Industrieklassiker aus der Stadt: die Eisengießerei Georg Fischer geht auf das Jahr 1802 zurück.

Der 1. April 1944: ein dunkles Kapitel

Ein Datum gehört zur Stadtgeschichte, auch wenn es kein schönes ist. Am 1. April 1944 warfen US-amerikanische Bomber irrtümlich Bomben auf das neutrale Schaffhausen – die Besatzungen hatten sich in der Navigation vertan und die Stadt für ein deutsches Ziel gehalten. 40 Menschen starben, große Teile der Stadt wurden beschädigt, auch das Museum zu Allerheiligen. Präsident Roosevelt entschuldigte sich persönlich, die USA leisteten Wiedergutmachungszahlungen.

Dass die Altstadt trotzdem so vollständig erhalten ist, liegt daran, dass die Bomben vor allem den Bahnhofsbereich und die nördlichen Quartiere trafen – der historische Kern blieb im Wesentlichen verschont.

Ein Tag in Schaffhausen: ein Vorschlag

Du brauchst keinen straffen Plan, aber diese Reihenfolge funktioniert gut, weil sie die Steigung an den Anfang legt und den Rheinfall auf das Nachmittagslicht:

  1. Vormittag: Aufstieg zum Munot, Kasematte und Zinne, Blick über Stadt und Rhein, kurzer Halt beim Damwild im Graben.
  2. Danach: hinunter in die Altstadt, über die Vordergasse zum Haus zum Ritter, weiter zum Fronwagplatz mit der astronomischen Uhr.
  3. Mittag: Münster Allerheiligen, Kreuzgang und Kräutergarten – und je nach Wetter und Interesse das Museum zu Allerheiligen.
  4. Nachmittag: mit Bus oder Bahn nach Neuhausen am Rheinfall, beide Uferseiten anschauen, gegebenenfalls Bootsfahrt zum Felsen.
  5. Abend: zurück in die Altstadt – und wenn es neun Uhr schlägt, hörst du das Munotglöggli.

Wenn du noch einen Tag hast, ist die Schifffahrt nach Stein am Rhein der logische zweite Baustein.

Anreise aus dem Schwarzwald

Mit der Bahn: Schaffhausen hat seit 1857 einen Bahnhof und ist hervorragend angebunden. Aus dem Schwarzwald erreichst du die Stadt am einfachsten über Singen (Hohentwiel) oder über die Klettgaustrecke via Erzingen, die an die Hochrheinbahn anschließt. Vom Hauptbahnhof sind es wenige Gehminuten in die Altstadt, zum Rheinfall fährt eine eigene Bahn- und Busverbindung nach Neuhausen. Wer generell gern mit dem Zug durch die Region reist, findet Inspiration in unserem Beitrag zur Schwarzwaldbahn oder zur Sauschwänzlebahn bei Blumberg.

Mit dem Auto: Aus dem Hochschwarzwald und dem Hochrhein führen mehrere Grenzübergänge in Richtung Schaffhausen. Achte auf eines: Für Schweizer Autobahnen und Autostraßen brauchst du eine Vignette. Wer aus dem Klettgau oder über Thayngen auf Landstraßen anreist, kommt ohne aus. In der Altstadt selbst fährst du nicht – nutze die Parkhäuser am Rand, am Rheinfall gibt es eigene Parkplätze auf beiden Uferseiten.

Grenze und Geld: Die Schweiz gehört zum Schengenraum, ein gültiger Personalausweis oder Reisepass gehört trotzdem ins Gepäck, denn Kontrollen sind jederzeit möglich. Bezahlt wird in Schweizer Franken; Karten werden nahezu überall akzeptiert, Euro nimmt man vielerorts an, das Wechselgeld kommt dann aber in Franken zurück. Beachte außerdem die Freimengen bei der Ein- und Ausfuhr von Waren.

Was du mit Schaffhausen gut kombinierst

Die Stadt eignet sich ideal als Tagesziel von einem Standort im Süd- oder Südostschwarzwald aus. Diese Kombinationen funktionieren besonders gut:

  • Wutachtal und Rhein an einem Wochenende: Am ersten Tag die Wutachschlucht, am zweiten Schaffhausen und der Rheinfall.
  • Aussicht über den Randen: Der Siblinger Randenturm steht nur wenige Kilometer nordwestlich der Stadt auf 790 Metern und zeigt dir, wie nah Schwarzwald, Randen und Bodenseeraum beieinanderliegen.
  • Fernwandern: Für Etappenwanderer ist Schaffhausen das Ziel des Ostwegs; der Schluchtensteig startet nicht weit entfernt in Stühlingen.
  • Auf zwei Rädern oder zwei Zylindern: Die klassische Runde Wutachschlucht, Bodensee und Rheinfall verbindet alles in einer Tagestour.
  • Weinlandschaften vergleichen: Das Blauburgunderland rund um Schaffhausen und der Kaiserstuhl am anderen Ende der Region sind ein spannendes Gegensatzpaar.

Und wenn du ohnehin gerade Ausflugsideen sammelst: In unserer Übersicht der Top-Ausflugsziele im Schwarzwald und bei den schönsten Tälern findest du reichlich Nachschub. Wer lieber eine Stadt erkundet, wird auch in Freiburg im Breisgau fündig.

Gut zu wissen für deinen Besuch

  • Zeitbedarf: Für Altstadt und Munot reichen drei bis vier Stunden. Mit Rheinfall wird es ein voller Tag.
  • Beste Zeit für den Rheinfall: Bei Schneeschmelze im Frühsommer führt der Rhein am meisten Wasser – dann ist das Schauspiel am gewaltigsten. Im Spätsommer ist der Wasserstand niedriger, dafür ist es ruhiger.
  • Zu Fuß unterwegs: Die Altstadt ist weitgehend eben und gut mit Kinderwagen zu bewältigen. Der Aufstieg zum Munot geht über Treppen und Wege am Rebhang – plane etwas Zeit ein.
  • Auch bei Regen gut: Museum zu Allerheiligen, Münster und Kreuzgang sowie die Kasematte des Munot funktionieren wetterunabhängig.
  • Mit Hund: Altstadt und Munotgelände sind an der Leine problemlos, in Museen und Innenräumen gelten eigene Regeln.

Urlaub in Schaffhausen

Schaffhausen ist klein genug, um es zu Fuß zu erobern, und gut genug angebunden, um von hier aus den ganzen Hochrhein, den Bodensee und den Südostschwarzwald zu erreichen. Wer eine oder zwei Nächte bleibt, bekommt die Stadt in ihren schönsten Momenten zu sehen: früh am Morgen, wenn die Gassen noch leer sind, und abends, wenn das Munotglöggli über die Dächer schallt. Unterkünfte findest du sowohl in der Altstadt als auch in den ruhigeren Quartieren am Hang und Richtung Neuhausen am Rheinfall.

124 Unterkünfte in Schaffhausen werden durchsucht!

Unterkünfte in Schaffhausen

Weitere Informationen zur Stadt und zur Region bekommst du bei Schaffhauserland Tourismus, Details zur Festung beim Munotverein Schaffhausen und Informationen zum Schloss über dem Wasserfall bei Schloss Laufen am Rheinfall.

Häufige Fragen zu Schaffhausen

Wo liegt Schaffhausen?

Schaffhausen liegt in der Nordschweiz am rechten, also nördlichen Ufer des Hochrheins und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons. Der Kanton Schaffhausen ist der einzige Kanton, der fast vollständig nördlich des Rheins liegt und rundherum an deutsches Gebiet grenzt. Die Stadt hat rund 38.000 Einwohner.

Wie weit ist Schaffhausen vom Schwarzwald entfernt?

Vom Südostrand des Schwarzwalds – etwa aus dem Raum Blumberg, Stühlingen oder Waldshut – ist Schaffhausen ein klassisches Tagesausflugsziel. Zwischen den letzten Schwarzwaldhöhen und der Stadt liegen nur der Klettgau und die bewaldeten Rücken des Randens. Der Schwarzwälder Fernwanderweg Ostweg endet sogar direkt in Schaffhausen.

Was ist der Munot?

Der Munot ist die kreisrunde Festung über der Schaffhauser Altstadt. Sie wurde zwischen 1564 und 1589 errichtet, misst rund 50 Meter im Durchmesser und hat bis zu vier Meter dicke Mauern. Ihre ungewöhnliche Rundform geht auf die Festungsideen von Albrecht Dürer zurück. Im Inneren liegt eine große Kasematte mit neun Pfeilern, oben eine begehbare Geschützplattform mit Turm.

Warum läutet das Munotglöggli jeden Abend um 21 Uhr?

Das abendliche Läuten um 21 Uhr signalisierte früher das Schließen der Stadttore. Heute wird die Tradition weitergeführt, obwohl es die Tore längst nicht mehr gibt. Geläutet wird von der Munotwächterin, die mit ihrer Familie im Turm der Festung wohnt. Das Amt des Munotwächters lässt sich bis ins Jahr 1377 zurückverfolgen und ist damit älter als die Festung selbst.

Kann man den Munot besichtigen?

Ja. Kasematte, Innenrampe und die Zinne mit dem Rundblick über Stadt, Rhein und Rebhänge sind für Besucher zugänglich. Im Festungsgraben lebt außerdem ein Damwildrudel, das bereits 1905 angesiedelt wurde. Getragen wird der Munot vom Munotverein, der seit über 180 Jahren besteht und rund 3.500 Mitglieder hat.

Warum hat Schaffhausen so viele Erker?

Die Altstadt von Schaffhausen zählt 171 Erker – mehr als jede andere Schweizer Stadt. Erker waren im 16. und 17. Jahrhundert Statussymbole wohlhabender Bürger und boten zugleich den praktischen Vorteil, die Gasse in beide Richtungen überblicken zu können. Dass so viele erhalten sind, liegt daran, dass die Altstadt von Kriegszerstörungen und Abrisswellen weitgehend verschont blieb.

Was ist das Haus zum Ritter in Schaffhausen?

Das Haus zum Ritter an der Vordergasse 65 ist das berühmteste Bürgerhaus der Stadt. Tobias Stimmer bemalte die Fassade zwischen 1568 und 1570 mit allegorischen Figuren, Wappen und Szenen aus Homers Odyssee; die Malereien gelten als die bedeutendsten Renaissancefresken nördlich der Alpen. Die Originale wurden 1935 abgelöst und befinden sich heute im Museum zu Allerheiligen. An der Fassade siehst du eine zwischen 1938 und 1943 von Carl Roesch geschaffene Neufassung.

Wie hoch und wie breit ist der Rheinfall?

Der Rheinfall ist 23 Meter hoch und 150 Meter breit. Im Mittel stürzen rund 373 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe. Der höchste je gemessene Wert lag 1965 bei 1.250 Kubikmetern pro Sekunde, der niedrigste 1921 bei 95. Das Becken unterhalb des Falls ist etwa 13 Meter tief.

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