Hinterzarten
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Steckbrief

Ort: Hinterzarten

Auf einem sonnigen Hochplateau oberhalb des Höllentals liegt einer der bekanntesten Wintersportorte des Schwarzwalds: Hinterzarten. Kaum ein anderer Ort verbindet Wintersportgeschichte, seltene Moorlandschaft und eine landschaftlich spektakuläre Lage so eindrucksvoll miteinander. Wer den Namen Hinterzarten hört, denkt vermutlich zuerst an Skispringen – doch der heilklimatische Kurort hat weit mehr zu bieten als seine weltbekannte Sprungschanze.

In diesem Artikel erfährst du, warum Hinterzarten zur Skisprung-Hochburg wurde, was es mit dem größten Moorkomplex des Schwarzwalds auf sich hat und wie du den Ort am besten für einen Ausflug ins benachbarte Höllental nutzt.

Die Geschichte einer Wintersport-Hochburg

Von der Kirchwaldschanze zur Adlerschanze

1923 gründete sich der Skiclub Hinterzarten und errichtete mit der Kirchwaldschanze die erste Sprungschanze des Ortes. Sie erwies sich jedoch schnell als zu klein, weshalb bereits ein Jahr später auf dem Gelände des Gasthofs „Adlerwirt“ eine neue, größere Anlage entstand: die Adlerschanze. Am 24. Februar 1925 fand das feierliche Eröffnungsspringen auf dem damaligen 60-Meter-Bakken statt – der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte.

Georg Thoma und die großen Schanzenrekorde

Die Adlerschanze wurde mehrfach umgebaut und vergrößert. 1935 diente sie sogar als Trainingsstätte für die Olympiateilnehmer von Garmisch 1936, und der legendäre Norweger Birger Ruud stellte hier mit 71 Metern einen Schanzenrekord auf. Erst nach dem nächsten Umbau 1965 gelang es dem Schwarzwälder Ausnahmesportler Georg Thoma, den Rekord auf 82 Meter zu verbessern. Thoma, der 1960 als erster Deutscher überhaupt olympisches Gold in der Nordischen Kombination gewann, bleibt bis heute die prägende Sportlerpersönlichkeit des Ortes und bekam später sogar das Ehrenbürgerrecht von Hinterzarten verliehen.

Das Adler-Skistadion heute

Aus der einstigen Adlerschanze ist längst ein komplettes Schanzenzentrum geworden. Zwischen 2004 und 2005 kamen drei zusätzliche Jugendschanzen der Kategorien K15, K30 und K70 hinzu, sodass Nachwuchssportler direkt vor Ort trainieren können. Die große Normalschanze, die heutige Rothaus-Schanze, wurde zwischen 2019 und 2023 umfassend modernisiert, ehe 2023 der Weltcup der Skispringer nach Hinterzarten zurückkehrte. Als offizieller Olympiastützpunkt für Skispringer und Nordische Kombinierer wird die Anlage an rund 180 Tagen im Jahr für Training genutzt und ist durch die matten- und wasserbedeckten Bahnen ganzjährig sprungbereit. Höhepunkt des Sportkalenders ist der traditionsreiche FIS Sommer Grand Prix im August, der schon seit 1982 in Hinterzarten ausgetragen wird.

Das Schwarzwälder Skimuseum im Hugenhof

Wer sich für die Geschichte hinter den Rekorden interessiert, findet im Schwarzwälder Skimuseum im historischen Hugenhof, das seit 1997 seine Türen für Besucher öffnet, die passende Ergänzung zum Sprungschanzenbesuch. Die Ausstellung dokumentiert, wie der Skisport im Schwarzwald bereits im Jahr 1891 seinen Anfang nahm, und zeichnet den Weg bis zu Sportlegenden wie Georg Thoma nach. Wer möchte, kann inzwischen sogar virtuell in dessen Fußstapfen treten: Eine gemeinsam mit dem Europa-Park entwickelte VR-Anwendung lässt Gäste im Adler-Skistadion selbst einen Skisprung hautnah miterleben.

Bis heute ist das Skispringen fester Bestandteil des Hinterzartener Sportlebens: Im Adler-Skistadion trainieren talentierte Nachwuchsspringerinnen und -springer des ortsansässigen Skiclubs, und regelmäßig finden hier Wettkämpfe auf nationalem und internationalem Niveau statt. Wer selbst einen Blick auf die imposante Schanzenanlage werfen möchte, kann das Stadion außerhalb der Trainings- und Wettkampfzeiten besichtigen und sich einen Eindruck davon verschaffen, wie steil und beeindruckend eine Sprungschanze aus der Nähe wirkt.

Das Hinterzartener Moor – ein Naturjuwel

Neben dem Wintersport hat Hinterzarten noch eine ganz andere, deutlich stillere Attraktion zu bieten: das Hinterzartener Moor. Mit einer Fläche von rund 70 Hektar zählt es zum größten zusammenhängenden Moorkomplex im gesamten Schwarzwald und gilt als eines der am besten erhaltenen Hochmoore Europas. Ein hölzerner Bohlensteg führt mitten durch das Naturschutzgebiet und macht die einzigartige, sensible Landschaft für Besucher erlebbar, ohne sie zu beeinträchtigen. Entlang des Wegs wachsen im Frühsommer sogar wilde Orchideen, während zahlreiche Schautafeln Wissenswertes über die seltene Tier- und Pflanzenwelt des Moores vermitteln.

Hochmoore wie dieses entstehen über Jahrtausende, wenn abgestorbene Pflanzenreste unter feuchten, sauerstoffarmen Bedingungen nur unvollständig zersetzt werden und sich langsam zu Torf aufbauen. Das macht sie zu wertvollen Archiven der Landschaftsgeschichte und zugleich zu äußerst empfindlichen Ökosystemen, weshalb der Besuch bewusst auf den ausgewiesenen Steg beschränkt bleibt.

Wandern, Radfahren und Wintersport für Gäste

Auch abseits der großen Wettkämpfe ist Hinterzarten ganzjährig ein beliebtes Ziel für Aktivurlauber. Im Sommer starten zahlreiche Wander- und Mountainbikewege direkt vom Ort aus, unter anderem in Richtung Feldberg und Titisee. Im Winter verwandelt sich die Region rund um Hinterzarten in ein weitläufiges Loipennetz für Langläufer, während Rodelhänge und präparierte Winterwanderwege für Familien und Genießer sorgen. Diese Vielseitigkeit macht Hinterzarten zu einem Ort, an dem sich Spitzensport und entspannter Aktivurlaub ganz selbstverständlich die Waage halten.

Tor zum Höllental

Hinterzarten liegt oberhalb des berühmten Höllentals und gilt vielen als dessen eigentliches Tor zum Hochschwarzwald. Von hier aus führt die legendäre Höllentalbahn ins rund 9 Kilometer lange, von bis zu 600 Meter hohen Felswänden gesäumte Tal hinunter nach Freiburg – eine der spektakulärsten Bahnstrecken Deutschlands. Auch mit dem Auto oder zu Fuß lässt sich das Höllental von Hinterzarten aus hervorragend erkunden, etwa auf dem historischen Jägerpfad durch die engste Stelle des Tals, den Hirschsprung.

Praktische Tipps für deinen Besuch

Anreise

Hinterzarten liegt direkt an der B31 zwischen Freiburg und Donaueschingen und ist damit gut mit dem Auto erreichbar. Noch bequemer geht es mit der Bahn: Die Höllentalbahn verbindet Freiburg über die steilste Rampe des deutschen Streckennetzes direkt mit Hinterzarten. Wer seinen Ausflug mit einem Bad im nahen See verbinden möchte, findet in unserem Beitrag zum Titisee weitere Tipps für die unmittelbare Umgebung.

Beste Reisezeit

Im Winter verwandelt sich Hinterzarten in ein echtes Wintersportzentrum mit internationalen Wettkämpfen an der Schanze, während sich der Ort im Sommer als Ausgangspunkt für Wanderungen durchs Höllental und zum Hinterzartener Moor eignet. Wer die Orchidenblüte im Moor erleben möchte, plant seinen Besuch am besten für den Frühsommer ein.

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Häufig gestellte Fragen zu Hinterzarten

Warum ist Hinterzarten für Skispringen bekannt?

Seit 1923 ist Hinterzarten Heimat eines Skiclubs und seit 1925 der Adlerschanze. Der Ort ist heute Olympiastützpunkt für Skispringer und Nordische Kombinierer und Austragungsort internationaler Wettkämpfe wie des FIS Sommer Grand Prix.

Wer ist Georg Thoma?

Georg Thoma ist ein Schwarzwälder Sportler aus Hinterzarten, der 1960 als erster Deutscher olympisches Gold in der Nordischen Kombination gewann und 1966 auf der Adlerschanze einen Schanzenrekord von 82 Metern aufstellte.

Was ist das Hinterzartener Moor?

Es handelt sich um ein rund 70 Hektar großes Hochmoor-Naturschutzgebiet, das zum größten Moorkomplex des Schwarzwalds zählt. Ein Bohlensteg führt durch das Gebiet und macht die seltene Flora und Fauna erlebbar.

Kann man das Skimuseum in Hinterzarten besuchen?

Ja, das Schwarzwälder Skimuseum im Hugenhof ist seit 1997 geöffnet und zeigt die Geschichte des Skisports im Schwarzwald seit 1891.

Wie erreicht man Hinterzarten mit der Bahn?

Die Höllentalbahn verbindet Freiburg über die steilste Rampe des deutschen Bahnnetzes direkt mit Hinterzarten und ist Teil der Strecke zwischen Freiburg und Donaueschingen.

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