Die geografische Lage von Gengenbach.
Gengenbach liegt in Kinzig am Rande des Schwarzwaldes mitten im Kinzigtal. Die Stadt gehört zum Kreis Ortenau, das Stadtzentrum liegt etwa 175 m über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt in der Stadt Gengenbach ist der Mooskopf mit einer Höhe von 875 Metern.



Ein Spaziergang durch die historische Altstadt
Das Herz von Gengenbach schlägt in seiner Altstadt. Da die Stadt von Kriegen und großen Bränden in der Neuzeit weitgehend verschont blieb, gehört das Gengenbacher Fachwerk-Ensemble zu den am besten erhaltenen in ganz Süddeutschland.
Der Marktplatz und der Röhrbrunnen
Der zentrale Marktplatz wird von einer steinernen Figur auf dem historischen Röhrbrunnen (dem sogenannten Schweden) bewacht. Rund um den Brunnen gruppieren sich die prächtigsten Bürgerhäuser der Stadt, deren Fassaden mit aufwendigen Holzschnitzereien und Malereien verziert sind. In den kleinen Gassen drumherum (wie der Engelgasse) findest du lauschige Cafés, traditionelle Bäckereien und kleine Boutiquen, die zum entspannten Stöbern einladen.
Die Türme von Gengenbach
Das Stadtbild wird von mehreren markanten Türmen dominiert, die einst Teil der wehrhaften Stadtmauer waren:
- Das Kinzigtor: Der wehrhafte Hauptzugang zur Stadt war früher das Gefängnis und ist heute das Fotomotiv schlechthin.
- Der Niggelturm: Ein schlanker, historischer Turm, der heute ein faszinierendes Fasnachtsmuseum beherbergt. Hier kannst du die farbenprächtigen Kostüme und handgeschnitzten Holzmasken (die Larven) der schwäbisch-alemannischen Fasnet aus nächster Nähe bewundern.
- Der Prälatenturm: Ein Teil der ehemaligen Klosteranlage.
Das Kloster und die Kräutergärten
Nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt liegt die ehemalige Benediktinerabtei mit der beeindruckenden Stadtkirche St. Marien. Hinter den alten Mauern verbirgt sich ein wunderschöner, geometrisch angelegter Kräutergarten. Er ist eine Oase der Ruhe, in der du historische Heilpflanzen und duftende Gewürze entdecken kannst.
Die Geschichte der Stadt.
Ursprung und Entwicklung der Stadt
In der Nähe vom sogenannten Benediktinerkloster entstand Gengenbach in der Blütezeit des Mittelalters aus einer bäuerlichen Siedlung mit Gutsmarkt. Die Stadt wurde gegen 1231 erstmals urkundlich erwähnt.
Gengenbach als Reichsstadt.
Gengenbach wurde 1366 Reichsstadt. Das Gebiet der Reichsstadt umfasst die Dörfer Olsbach, Reichenbach, Bellmersbach und Schweinbach. Seit 1500 gehört dieser Ort zum schwäbischen Reich. Bis 1803 waren die einzigen Gebäude, welche erhalten geblieben sind die Pfarrkirche, die Martinskirche, der Schwedenturm und das Obertor.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt 1634 und 1643 bei zwei Belagerungen zerstört. Im März 1643 wurde Nahe der Stadt eine in Frankreich dienende Kavallerieeinheit der Weimarer Armee gesichtet. 100 Kavallerie-Einheiten von Offenburg (unter Führung von Oberstleutnant Basinger) jagten dieselbe Kavallerie-Einheit ins Kinzigtal bis Haslach. In Haslach lagerte jedoch eine andere Division der Weimarer Armee. Dies führte zur Festnahme von 100 Männern aus Basinger. Am 2. März 1643 begann eine etwa 1.000 Mann starke Kavallerieeinheit (unter der Führung von Oberst Roßwurm) Gengenbach zu belagern. Am 3. März marschierte der restliche Teil des Heeres unter dem Kommando des Grafen von Gabrien, der die Befestigungsanlagen mit Artillerie beschoss. Der Kommandant der Festung wurde vom General zum Rückzug gezwungen. Dieser zog sich sofort zurück, weil der General als Geisel genommen wurde. Im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1689 von der französischen Armee fast vollständig zerstört. Im nächsten Jahrhundert wurde die Stadt vor den Zerstörungen des Krieges gerettet und erlangte neuen Wohlstand. Während dieser Zeit, obwohl im Jahr 1789 50 Häuser durch einen Brand zerstört wurden, ist der größte Teil der Stadtlandschaft heute noch vorhanden.
Die Mediatisierung der Stadt bis zum heutigen Tag.
1803 wurde die Stadt in das Kurfürstentum Baden eingegliedert. Sie war ursprünglich Sitz des Amtes Gengenbach und wurde 1872 in das Landesamt Offenburg um gegliedert. Seit 1973 gehört es offiziell zum Ortenaukreis.
Familienabenteuer: Auf der Spur von Räuber Hotzenplotz
Wenn du mit Kindern nach Gengenbach reist, kommst du an einer berühmten Figur nicht vorbei: Dem Räuber Hotzenplotz! Gengenbach und der umgebende Wald haben den Kinderbuchautor Otfried Preußler maßgeblich inspiriert.
Heute bietet die Stadt zwei fantastische Erlebnis-Routen, die Kinderherzen höherschlagen lassen:
- Der kleine Räuber Hotzenplotz Pfad: Diese rund 3,5 Kilometer lange, kinderwagentaugliche Route startet direkt am Rande der Stadt im Strohbach-Tal. An verschiedenen interaktiven Spiel- und Rätselstationen helfen die Kinder dem Wachtmeister Dimpfelmoser, den berüchtigten Räuber zu fangen.
- Der große Räuberpfad: Wer konditionell etwas fitter ist, wählt die gut 4 Kilometer lange Route durch den Wald. Hier warten eine echte Räuberhöhle, Weitsprunganlagen und Kletterpfade auf kleine Abenteurer.
Solche thematischen Erlebnispfade sind das absolute Geheimrezept, um Kinder zum Wandern zu motivieren. Detailinfos zu den Stationen findest du in unserem Report zum Räuber Hotzenplotz Pfad Gengenbach.


Natur und Wein: Wandern rund um Gengenbach
Gengenbach liegt direkt an der Badischen Weinstraße. Die Hänge rund um die Stadt sind gesäumt von steilen Weinreben und schattigen Edelkastanien-Wäldern.
Spaziergang zur Jakobskapelle
Eine kurze, aber sehr lohnenswerte Wanderung führt vom Stadtzentrum steil hinauf auf das „Bergle“, den Hausberg von Gengenbach. Dort steht umgeben von Weinreben die kleine, weiße Jakobskapelle. Von hier oben hast du bei klarem Wetter einen fantastischen Blick hinab auf das Kinzigtal und über die weite Rheinebene bis hinüber zu den französischen Vogesen.
Urlaub in Gengenbach
Möchtest du morgens mit dem Blick auf die blumengeschmückten Fachwerkhäuser aufwachen, nachmittags den Spuren der Räuber folgen und abends in urigen Weinkellern ein Glas badischen Grauburgunder probieren? Gengenbach bietet dir herzliche Gastfreundschaft, historische Romantik und Unterkünfte für jeden Geschmack:
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Urlaub in Gengenbach
Unterkünfte in Gengenbach
Jährliche Veranstaltungen in Gengenbach
Jedes Jahr zur Adventszeit wird das Rathaus Gengenbach zum größten „Adventskalenderhaus“ der Welt und wird festlich verziert. Ein weiteres großes Ereignis ist die Verleihung der Hermann-Maas-Medaille, welche alle zwei Jahre vom evangelischen Bistum Gengenbach an Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen verliehen wird, welche sich um die Völkerverständigung von universeller Bedeutung eingesetzt haben. Am dritten Septemberwochenende ist auf dem Marktplatz das traditionelle Wein- und Stadtfest aufzufinden, welches das Ideale Ereignis für jeden Weinliebhaber ist.
Das Fasend
1925 wurde der eingetragene Verein Gengenbach gegründet. Die Narrengilde ist ist der größte Verein der Stadt mit ungefähr 1.205 Mitglieder. Die Hexe wurde circa 1935 eingeführt und ist zeitgleich mit der Offenburger Hexe die älteste Faschingshexe überhaupt. 1938 kam Spättlehansel als zweite maskierte Gestalt der Hexe dazu. Diese beiden Narren wurden zeitweise von Frauen oder Männern vertreten, bis 1957, als sie in das Vereinsregister eingetragen wurden, galt noch die Vereinssatzung. Die Hexen waren Männern vorbehalten und Spättlehansel waren der Frau vorbehalten. Der Spättle und die Hexe wanderten vor allem an Faschingssamstagen und -sonntagen im Hotel der Stadt umher und nutzten etwas Lärm, um Gengenbacher und Gäste zu unterhalten. Die traditionelle Verwendung der Maske besteht darin, dass die maskierte Person eine laute, verstellte Stimme verwendet, um einem Narren ohne Maske den Aufruhr vorzulesen und dann etwas von einem Teller oder Glas zu stehlen. 2014 hat Gengenbach 180 Hexen und 162 Hexen gezählt. Das Fasend gehört somit zur festen Tradition in Gengenbach und lockt jährlich viele Touristen an.
Sehenswürdigkeiten in Gengenbach
Gengenbach befindet sich an einer Fachwerkstraße Deutschlands. In der Stadt befinden sich zahlreiche Museen, wie beispielsweise das Flößerei- und Verkehrsmuseum.
Als weitere Sehenswürdigkeit der Stadt hat Gengenbach den historischen Turmumriss, bestehend aus fünf Türmen und zwei Kirchtürmen der ehemaligen Stadtbefestigung erhalten. Im Städtischen Verkehrsamt des alten Kaufhauses in der Nähe des Marktplatzes erinnert seit dem Jahr 1986 eine Gedenktafel an die damalige Jüdische Gemeinde, welche bis zu ihrer Erlöschung in Gengenbach Gottesdienste abhielt. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, zählen die alten Gebäude aus der Geschichte, wie beispielsweise der Niggelturm, das Kinzigtor oder auch der Turm der Stadtkirche.
Fachwerkhäuser in der Engelgasse




Anreise, Parken und die KONUS-Gästekarte
Gengenbach liegt äußerst verkehrsgünstig im vorderen Kinzigtal und ist aus allen Richtungen entspannt zu erreichen.
| Verkehrsmittel | Praktische Infos & Insider-Tipps für Gengenbach |
|---|---|
| Mit dem Auto | Von der Rheintal-Autobahn A5 (Ausfahrt Offenburg) fährst du über die gut ausgebaute B33 in nur etwa 15 Minuten direkt nach Gengenbach. Tipp zum Parken: Die historische Altstadt ist großteils verkehrsberuhigt oder Fußgängerzone. Es gibt großzügige Parkplätze außerhalb der alten Stadtmauern (z. B. am Schneckenmatt oder direkt am Bahnhof). |
| Mit der Bahn | Gengenbach ist perfekt an das Bahnnetz angeschlossen! Die Kinzigtalbahn (Schwarzwaldbahn-Strecke) hält direkt in Gengenbach. Vom Bahnhof aus läufst du in weniger als fünf Minuten durch das Kinzigtor direkt in die Altstadt. |
| Gratis mit KONUS | Der beste Reise-Hack: Wenn du in Gengenbach oder einer benachbarten Schwarzwaldgemeinde übernachtest, erhältst du automatisch die KONUS-Gästekarte. Damit nutzt du die S-Bahnen nach Offenburg oder tief hinein in den Schwarzwald (z.B. nach Triberg) während deines Aufenthalts völlig kostenlos! |
Wann leuchtet der Adventskalender am Rathaus?
Der Gengenbacher Adventskalender erstrahlt jährlich vom 30. November bis zum 6. Januar. Die feierliche Fensteröffnung findet jeden Abend (vom 30.11. bis 23.12.) pünktlich um 18:00 Uhr statt. Auch nach Weihnachten bleiben die beleuchteten Fenster als wunderschönes Wintermotiv bis zum Dreikönigstag erhalten.
Sind die Räuber Hotzenplotz Pfade für Kinderwagen geeignet?
Der „Kleine Räuberpfad“ im Strohbach-Tal (ca. 3,5 km) ist breit ausgebaut, weitgehend flach und für geländegängige Kinderwagen hervorragend geeignet. Der „Große Räuberpfad“ führt hingegen über Stock und Stein tiefer in den Wald und erfordert Trittsicherheit – hier empfehlen wir für Kleinkinder eine Rückentrage (Kraxe).
Gibt es in Gengenbach noch eine echte Nachtwächter-Tour?
Ja! Besonders in den Sommermonaten und zur Vorweihnachtszeit führt der Gengenbacher Nachtwächter in historischem Gewand (mit Hellebarde und Laterne) Gäste durch die abendlichen, schummrigen Gassen. Die Tour ist ein riesiger Spaß und vermittelt die Stadtgeschichte auf extrem humorvolle und spannende Weise. (Termine gibt es bei der Tourist-Info).
Kostet das Fasnachtsmuseum im Niggelturm Eintritt?
Das Museum (geöffnet meist von April bis Oktober) ist kostenpflichtig, der Eintritt ist jedoch sehr familienfreundlich. Die Ausstellung erstreckt sich über sieben Etagen des historischen Turms. Allein der fantastische Ausblick von der umlaufenden Turmgalerie ganz oben über die Altstadt von Gengenbach ist das Eintrittsgeld wert!