Flugreise mit Kindern: So gelingt der entspannte Start in den Familienurlaub
Flugreise mit Kindern: So gelingt der entspannte Start in den Familienurlaub

Flugreise mit Kindern: So gelingt der entspannte Start in den Familienurlaub

Inhalt:

Wer im Schwarzwald zu Hause ist, kennt das Bild. Die Koffer stehen im Flur, der Wecker klingelt um halb vier, und vor dem Abflug in Stuttgart liegt noch eine Autostunde durch dunkle Täler. Genau dieser erste Abschnitt entscheidet oft darüber, wie die Familie am Gate ankommt. Der Flug selbst ist selten das Problem. Aufwendig wird es davor, bei Papieren, Gepäck und der Frage, wie alle rechtzeitig und ohne Streit zum Terminal kommen.

Warum Stuttgart für den Schwarzwald der naheliegende Startpunkt ist

Von Freudenstadt, Calw oder dem Nordschwarzwald erreichst du den Flughafen Stuttgart in gut einer Stunde, aus dem mittleren Schwarzwald über die A81 in ähnlicher Zeit. Das ist deutlich kürzer als der Weg nach Frankfurt oder München und macht bei Familien den Unterschied zwischen einem frühen Aufstehen und einer halben Nacht im Auto.

Die Kehrseite ist der Zeitpunkt. Ferienflüge starten häufig zwischen sechs und acht Uhr, und die ersten Verbindungen von Bahn und Bus aus den Tälern kommen dafür zu spät. Wer aus dem Schwarzwald anreist, ist damit fast immer auf das eigene Auto angewiesen, und die Frage nach dem Stellplatz stellt sich von selbst.

Was am Abreisetag wirklich hilft

Mit Kindern verschieben sich die Prioritäten. Diese Punkte haben sich bewährt:

  • Zwei Stunden Vorlauf innerhalb Europas, drei bei Fernflügen, in den Ferien eher mehr
  • Wechselkleidung für jedes Kind ins Handgepäck, nicht in den Koffer
  • Trinkflasche leer durch die Kontrolle und dahinter wieder auffüllen
  • Snacks selbst mitnehmen, feste Lebensmittel sind im Handgepäck erlaubt
  • Kopfhörer und ein vorab geladenes Hörspiel statt Bildschirm für den Anflug
  • Der Kinderwagen darf meist bis zum Flugzeug mitgenommen werden

Der vorletzte Punkt wirkt besonders beim Sinkflug. Der Druckausgleich fällt kleinen Kindern schwer, und etwas zu trinken oder zu lutschen hilft zuverlässiger als jede Erklärung.

Die Anreise zum Terminal

Bleibt der Weg dorthin. Ein Taxi aus dem Schwarzwald nach Stuttgart übersteigt bei Hin- und Rückfahrt schnell die Kosten von zwei Wochen Stellplatz, und mit Kindersitzen wird es zusätzlich kompliziert. Wer am Flughafen Stuttgart Parken möchte und dies im Voraus bucht, zahlt spürbar weniger als bei spontaner Einfahrt und muss morgens um fünf nicht mit müden Kindern nach einer freien Lücke suchen. Mit Kindern zählt vor allem die Entfernung zum Terminal. Wer über Parken und Fliegen reserviert, sieht zu jedem Platz den Shuttletakt und kann abschätzen, wie lange das Warten mit Gepäck und Kinderwagen dauert.

Mit Familie zählen dabei andere Kriterien als allein. Wie lange dauert der Transfer zum Terminal und passt der Shuttle überhaupt mit Kinderwagen und drei Koffern. Ist der Platz überdacht, damit das Auto nach zwei Wochen nicht in der Sonne steht. Und lässt sich die Buchung kostenfrei stornieren, falls ein Kind kurz vor der Reise krank wird.

Ein Punkt wird beim Vergleich der Stellplätze gern übersehen. Die Rückkehr fällt oft in die späten Abendstunden, und aus dem Schwarzwald liegt danach noch die Heimfahrt vor dir. Ein Platz mit kurzem Fußweg oder dichtem Shuttle-Takt ist in dieser Situation mehr wert als jede Ersparnis, weil müde Kinder und lange Wartezeiten schlecht zusammenpassen.

Wer den Stellplatz für zwei Wochen bucht, achtet außerdem auf den Wochenpreis statt auf den Tagestarif. Der Unterschied ist erheblich, und spontane Einfahrt am Abreisetag ist praktisch immer die teuerste Variante.

Die Papiere gehören früh geklärt

Der häufigste Grund für böse Überraschungen am Schalter sind fehlende Dokumente. Die Bundespolizei hält in ihren Hinweisen zum Reisen mit Minderjährigen fest, dass jedes Kind ein eigenes, gültiges Reisedokument braucht, auch Säuglinge und Kleinkinder. Der Kinderreisepass wird seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr ausgestellt, bereits ausgegebene Exemplare bleiben bis zum Ablauf gültig, werden aber nicht mehr von allen Staaten anerkannt. Reist ein Elternteil allein mit dem Kind, empfiehlt die Behörde eine formlose Einverständniserklärung der abwesenden sorgeberechtigten Person samt Kopie ihres Ausweises.

Diese Prüfung gehört vier bis sechs Wochen vor Abflug erledigt. Eine Neuausstellung dauert im Regelfall mehrere Wochen, im Expressverfahren geht es schneller und kostet deutlich mehr. Bei unterschiedlichen Nachnamen in der Familie lohnt zusätzlich die Geburtsurkunde im Gepäck.

Wenn der Urlaub vor der Haustür liegt

Nicht jede Familienreise muss zum Flughafen führen. Gerade mit sehr kleinen Kindern ist die Region selbst oft die entspanntere Wahl, und was bei einem Schwarzwaldurlaub mit Kindern zu bedenken ist, unterscheidet sich deutlich von der Planung einer Flugreise. Die Anreise dauert Minuten statt Stunden, Gepäckgrenzen entfallen, und bei schlechtem Wetter ist das eigene Zuhause zwei Stunden entfernt statt zweitausend Kilometer.

Allein mit Kind unterwegs

Für Alleinerziehende kommt zur Organisation die fehlende zweite Person hinzu, die beim Koffertragen oder beim Toilettengang einspringt. Auf Flugreisen heißt das vor allem, weniger einzupacken und mehr Zeit einzurechnen.

Die Zeit im Flugzeug überstehen

Die kritischen Phasen sind Start und Landung, nicht der Reiseflug. Beim Steigflug hilft Ablenkung, beim Sinkflug der Druckausgleich. Babys trinken idealerweise genau dann, ältere Kinder kauen etwas oder trinken durch einen Strohhalm. Wer das vorher übt und erklärt, nimmt der Situation den Schrecken.

Bei der Sitzplatzwahl gilt eine einfache Regel. Ein Platz am Gang erleichtert jeden Toilettengang, ein Fensterplatz beschäftigt kleine Kinder von allein. Mit zwei Kindern funktioniert die Kombination aus beidem am besten, mit dem Elternteil in der Mitte. Reservierungen kosten bei Ferienfliegern Aufpreis und sind das Geld wert, wenn die Familie sonst über drei Reihen verteilt sitzt.

Zum Schluss noch ein Punkt für die Rückreise. Nach zwei Wochen Urlaub ist die Geduld aller Beteiligten kleiner als bei der Hinreise. Plane deshalb am Rückreisetag mehr Puffer ein, nicht weniger, und lege die letzte Etappe nach Hause bewusst entspannt an.

Fazit

Der entspannte Start beginnt Wochen vorher am Küchentisch. Prüfe zuerst die Ausweise aller Kinder und kläre bei getrennt lebenden Eltern die Einverständniserklärung. Packe Wechselkleidung, Getränke und Beschäftigung ins Handgepäck statt in den Koffer. Und regele den Weg nach Stuttgart früh, denn aus dem Schwarzwald ist genau diese Etappe der Teil der Reise, der sich am wenigsten improvisieren lässt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Stefan Asal - Datacreate Asal

Suche & Buchen