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Gregorianische Gesänge in Wolfach

Kultur im Schloss lädt am 15. Mai zu einem Konzert mit Gregorianischen Gesängen ein

 

Wolfach (md). Zu einem besonderen Konzertereignis werden die Musikfreunde am Samstag, 15. Mai, in die Schlosskapelle eingeladen. Der Verein Kultur im Schloss präsentiert um 17 Uhr das Konzert „Urbs Jerusalem beata“ ­ Gregorianische Gesänge vom himmlischen Jerusalem mit der Schola Gregoriana der Musikhochschule Freiburg unter der Leitung von Christoph Hönerlage.

 

Der Gregorianische Gesang hat zum großen Erstaunen der Fachwelt in den letzten Jahren eine ungeheure Popularität erreicht, nicht zuletzt durch den riesigen Erfolg der Mönchs-Schola vom Stift Heiligenkreuz, die mit ihrem Album „Chant ­ Music for Paradise“ einen Hit in den internationalen Charts landeten.

 

Christoph Hönerlage, der an der Hochschule für Musik in Freiburg einen Lehrauftrag für Gregorianik, Deutscher Liturgiegesang und Liturgisches Singen hat, gründete 2003 die Frauenschola „Exsulta Sion Freiburg“ und 2008 die Schola Gregoriana der Hochschule für Musik Freiburg., Beide Ensembles haben sich auf die authentischen Gesänge des Gregorianischen Chorals spezialisiert. Mit beiden Ensembles ist Christoph Hönerlage an den vergangenen Ostertagen einer Einladung der Kustodie des Heiligen Landes (Orden der Franziskaner im Heiligen Land) gefolgt, um dort die Heilige Woche und die Osterfeiertage in der Grabeskirche Jerusalem mitzugestalten. Der Orden der Franziskaner leitet  auch das Magnificat, die einzige Musikschule in der Jerusalemer Altstadt. Diese Schule wird von Palästinensern und Israelis, Christen, Moslems und Juden besucht.

 

Der Gregorianische Choral, benannt nach Papst Gregor dem Großen (gest. 604), ist der älteste schriftlich überlieferte Gesang, nicht nur der Liturgie, sondern des Abendlands überhaupt. Die ersten schriftlichen Zeugnisse aus dem 9. Jahrhundert geben nur die Texte der auswendig gesungenen liturgischen Gesänge der Messfeier und des Stundengebets wieder. Diese Gesänge sind einstimmig, melodisch  und orientieren sich an den Kirchentonarten. Sie werden ohne Begleitung von Instrumenten gesungen. Die ersten Zeugnisse einer Notation stammen aus dem 10. Jahrhundert.

 

Christoph Hönerlage stellt das Konzert in der Wolfacher Schlosskapelle unter den Titel „Urbs Jerusalem beata“, so beginnt auch der Hymnus auf das Heilige Jerusalem, mit dem das Konzert der Schola Gregoriana Freiburg beendet wird. Jerusalem und der Berg Zion waren für das biblische Volk Israel  der Inbegriff der Wohnung Gottes unter den Menschen. In anderen Gesängen wird Jerusalem auch als „Mutter“ personifiziert und als „Tochter Zion“, die zur Freude auffordert, und schließlich erscheint Jerusalem in der Offenbarung des Johannes auch als himmlische Stadt, die am Ende der Zeiten von Gott her aus dem Himmel herabsteigt, geschmückt wie eine Braut. Dieses himmlische Jerusalem ist Sinnbild für das Reich Gottes.

 

Der Eintritt ist frei. Der Verein Kultur im Schloss bittet jedoch um eine Spende für den Ausbau des Heimatmuseums im Wolfacher Schloss.



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