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Blütenzauber und Weinfeste am Wiiwegli

Burg Staufen im Frühling <br>© Erich Spiegelhalter/TI Staufen
Burg Staufen im Fr?hling
? Erich Spiegelhalter/TI Staufen

Frühlingswanderung im Markgräflerland

„Vom Eise befreit . . .
…sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; im Tale grünet Hoffnungsglück. Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück.“ Was den erkenntnishungrigen Renaissance-Wissenschaftler in Goethes „Faust“ beim Osterspaziergang so begeistert, das lässt sich in den blütenbunten Tälern am Westrand des Schwarzwaldes leicht nachvollziehen: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“
 
Nirgendwo in Deutschland beginnt der Frühling so früh und nachhaltig wie im „Markgräflerland“. Auf Weinfesten und in den jetzt schon wieder geöffneten Straußwirtschaften der Winzer genießen „Vierteleschlotzer“ den Wein, die Sonne und die herzhaften Köstlichkeiten der badischen Küche.

Das Markgräflerland ist eine von Sonne, Wind, Landschaft und Geschichte begünstigte Region – und es ist „Gutedelland“. 1780 führte der damalige Landesherr die Fendant-Traube aus Vevey am Genfer See ein. Lange war der Gutedel „nur“ Verschnitt- und Massenwein, doch längst bauen Winzerinnen und Winzer der Region erstklassige sortentypische Chasselas und Gutedel von höchster Güte aus.

Kultur zwischen Reben

Rund 80 Kilometer weit führt das „Markgräfler Wiiwegli“ von Weil am Rhein bis in die Schwarzwaldmetropole Freiburg. Unser Tipp für einen ausgedehnten Osterspaziergang: Man nehme sich vier oder fünf Tage Zeit für diese Landschaft, in der Goethe ins Schwärmen geriet, die Römer eine ihrer schönsten Thermenanlagen nördlich der Alpen errichteten und in der sich heute Natur, Genuss und Wellness kombinieren lassen, wie kaum anderswo.

Den ersten Abend kann man schon in den Balinea-Thermen in Bad Bellingen ausklingen lassen. Den zweiten Tag beschließt man im fein herausgeputzten Müllheim unterhalb der römischen Badruine und der Weinterrassen von Badenweiler.

Die 3. Etappe schließlich führt mit einem Schlenker durch das alte Bergbaustädtchen Sulzburg mit seiner mächtigen vorromanischen Kirche St. Cyriak und einem mystisch im Wald gelegenen jüdischen Friedhof in die „Fauststadt“ Staufen. 1539 soll hier Goethes „Faust“ bei einem seiner alchemistischen Experimente im Gasthaus Löwen ums Leben gekommen sein.

Die 4. Etappe des „Wiiwegli“ bringt den Wanderer schließlich nach Freiburg, wo er unterm „schönsten Turm der Christenheit“ auf dem Münsterplatz bei einem Gutedel oder einem anderen der herausragenden badischen Weine noch einmal die schönsten Streckenabschnitte Revue passieren lassen kann.

Wandern ohne Gepäck

Da die End- und Startpunkte der Tagesetappen leicht mit der Bahn zu erreichen sind, lässt sich das Erlebnis „Wiiwegli“ natürlich tageweise stückeln. So richtig rund wird es aber erst, wenn man sich vier oder fünf Tage Zeit nimmt, um unbeschwert zu genießen.


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